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Zwischen den Welten

Alte Hunde zu fotografieren ist für mich eine große Herausfordernung, vermutlich sogar die größte.
Die Hunde, die sich langsam, ganz, ganz langsam in eine Welt begeben, die unserer so nah und doch so fern ist.
Die, die in dieser neuen Welt manchmal bereits schon zu leben scheinen. Sie sind hier und sind es manchmal dennoch auch nicht.
Sie aus dieser Welt herauszuholen, sie im hier und jetzt einzufangen, das sehe ich als Herausforderung.
Sie brauchen besonders viel Einfühlungsvermögen und Zeit, besonders viele Tricks und Kniffe, besonders viel Ruhe und Sorgfalt.
Sie brauchen es besonders, weil sie selbst so besonders sind.
Im Alter zeigt sich das ganze Leben. Das Leben, das hinter ihnen liegt, das Leben, das sie gelebt haben.
Es zeigt sich der ganze Charakter, der sich durch die zurückliegenden Jahre entwickelt und gefestigt hat. 
Es zeigt sich die ganze Liebe, die sie durch ihre Lieblingsmenschen erfahren durften, die Liebe, die sie in all der Zeit geben durften.
Auch wenn diese Hunde manchmal so wirken, als seien sie gar nicht mehr sie selbst, sie zeigen sich anders, zeigen ihre Gefühle anders. Aber tief drin, da sind sie noch der wunderbare Hund von früher, von damals, von gestern.
Das ganze Leben, der ganze Charakter, die ganze Liebe steckt in ihnen, tief in ihnen und zeigt sich nur noch denen, die ihr wahres Ich kennen. Mit manchmal klitzekleinen Zeichen, mit dem Aussenden klitzekleiner Signale, mit den klitzekleinen Empfindungen, die das eine Herz ans andere sendet….
Es ist eine besondere Zeit mit diesen Hunden. Man ist sich der immer näher kommenden Ferne bewusst. Und je näher die Ferne rückt, desto näher kommt man sich. Das eh schon fest verschlungene Band zwischen einem Hund und seinen Menschen wird enger und enger. 
So nah und doch so fern. Irgendwann kommt der Tag, da verändert sich das.
Dann ist die Ferne plötzlich da und man ist sich näher als je zuvor. Auch die zwei Welten verändern sich. Denn die Welt, in der der Hund manchmal schon zu leben schien, ist nun zu SEINER Welt geworden. Er ist hinüber getreten.
Und so wie er sich zu Lebzeiten schon zwischen beiden Welten zu bewegen schien, wird er es nun weiterhin tun.
Er ist fern und doch so nah. Seine Welt ist nicht mehr unsere und er ist dennoch hier.
Wir haben die Möglichkeit, unsere Hunde auf diesem Weg zu begleiten. Auf dem Weg von der einen Welt zur anderen. Ein Weg, bei dem wir uns mit jedem Schritt näher kommen, das Band sich immer enger um uns legt, bei dem das Vertrauen zueinander so groß ist, wie noch nie.
Sicherheit zu geben, solange wir es können, dem Leben einen Wert zu geben, solange es geht, Hoffnung zu schöpfen, solange es möglich ist, da zu sein, solange man uns braucht, loszulassen, wenn die Zeit gekommen ist.
Die Welt verändert sich. Das Band bleibt. Die Nähe bleibt. Unsere Hunde bleiben.

Chico, 16 Jahre alt, der zwischen diesen Welten lebt und bei dem es mir eine große Freude war, sein ganzes Leben, seinen ganzen Charakter und seine ganze Liebe einzufangen ❤️

Die Welt steht Kopf

Es gibt Tage da vermischt sich oben und unten, Himmel und Erde, Wasser und Wolken. Ein klarer Horizont ist nicht erkennbar.Dann trubelt man zwischen den

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