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Von Rasenmähern und Männern

Letzten Samstag nach der Hundeschule, ein Erfahrungsbericht.

Oli und ich wollten etwas in Koblenz erledigen und da die Hundeschule auf dem Weg liegt, es zeitlich gut passte, die Jungs Luke und Patch morgens mit Herrchen schon ihre Scooter-Tour hatten (Emmy enthält sich manchmal und bleibt dann bei mir, ist wohl eine Art Geschlechterkampf) und Emmy die Hundeschule heiß und innig liebt (fast so sehr wie uns) waren wir, auch um ihr eine Freude zu machen, mit ihr bei einer der Gruppenstunden (endlos lange Sätze kann ich…..).

Frauchen, also ich, machte die Übungen mit Emmy, Herrchen, also Oli, schwärmte vor fremden Menschen, wie toll Emmy doch sei und prahlte mit ihr (nee, wie toll ich bin, hat er dabei nicht erwähnt, wohl vergessen….). Wir sind da nicht anders als ihr: Auch wir haben das große Glück, die tollsten und schönsten Hunde zu haben und sprechen liebend gerne darüber.

AUF JEDEN FALL verließen wir nach der Gruppenstunde den Hundeplatz und gingen Richtung Auto.

Ich erzählte Oli, wie verrückt es sei, dass ich, da Emmy in diesem Jahr bereits 10 wird, schon seit fast 10 Jahre zu Ramona und in ihre Hundeschule fahre. Und mir fiel ein, wie ich überhaupt auf sie gekommen war. Musste ich ihm natürlich auch erzählen (als Emmy zu mir kam, waren wir noch nicht lange zusammen und in der „Ich-will-den-Kerl-noch-beeindrucken-Phase“ hielt sich mein Redeschwall noch in Grenzen).

Dass ich damals gerne Samstag vormittags zu IKEA frühstücken fuhr und hier vorbei kam zwischen 11 und 12 Uhr, dann wenn zufällig die Welpengruppe war und ich es immer so zauberhaft fand, beim Vorbeifahren die ganzen Welpen auf dem Platz herumwuseln zu sehen. Als Emmy dann kam, fiel mir das ein und daher landete ich in dieser Hundeschule (und bin heute noch total happy darüber). All das und vermutlich noch mehr sagte ich ihm.

Leider bemerkte ich den Riesen-Rasenmäher auf der anderen Straßenseite, dort wo unser Auto parkte, zu spät. Ein Rasenmäher hinter dem ein Mann mit Ohrenschützern hertrottete. Der Mäher fuhr freihändig. Also der Mäher nicht, der hat ja keine Hände.

Aber der Mann bediente ihn, ohne ihn mit seinen Händen zu berühren. Stattdessen hielt er einen Joystick in der Hand. Wie früher bei Atari (ja, so alt bin ich schon, dass mein Papa mich damit als Kind noch spielen ließ). Zwischen Mann und Mäher herrschte schätzungsweise 20 Zentimeter Abstand, möglicherweise auch 25 Zentimeter. Und ich denke mir noch: Was für eine Bullsh*** Bei dem bisschen Abstand, kann er das Ding auch gleich mit den Händen fahren oder setzt sich drauf oder sonst was. Warum der Joystick? Die reinste Prahlerei, weil Mann meint, es sähe cool aus, das Ding wie aus einem Science-Fiction-Film zu bedienen. Mann meint. Oli meinte auch.

Während ich das Ding in 0,5 Sekunden als völlig sinnfrei gedanklich abgehakt hattee und mich wieder den wichtigen Dingen zuwendete, als meinen, fixiert er das Gerät schon längst. Die Worte meiner super spannenden „wie-kam-ich-eigentlich-auf-diese-Hundeschule-Geschichte“ verpufften im Gestank des Mähers. Mein kokettes ich-schwelge-in-süßen-Erinnerungen-Lachen wurde vorm Lärm dieser dämlichen Maschine verschluckt.

Oli hatte mich nicht mehr auf dem Plan.

Nach 10 Jahren Beziehung kenne ich den Blick. Z.B. wenn ich nach der Arbeit voll dringend von meinem Tag erzählen muss, 3 Sekunden, nachdem ich das Haus betreten habe, er sich aber gerade irgendwas voll Wichtiges im Fernsehen anschauen muss (als gäbe es etwas Wichtigeres… pffff) oder ich ihm ausführlich erörtern möchte, warum ich diese Klamotten im Sale unbedingt haben musste, er gedanklich aber schon dabei ist, sich zu überlegen, wo der Gerichtsvollzieher, der wegen mir bald kommt, wohl überall seinen Kuckkuck dran kleben wird. Es gäbe noch 1000 Beispiele und ich bin mir sicher den Blick kennen ALLE Frauen, die sich in einer Beziehung, oder noch schlimmer, in einer Ehe befinden (Spaß… oder?)

Da gehen wir also. Ich mit meiner Geschichte, er mit offenem Mund Richtung Mäher klotzend. Das Gehirn hat sich kurz abgeschaltet, also seins, meines läuft nun auf Hochtouren, wie dieses Gerät da vorne.

In den folgenden Sekunden gehe ich Schrittweise vor, wie ich es in solchen Fällen immer tue:

  1. Ich bin still, sage kein Wort mehr und warte ab, ob von ihm aus eine Reaktion auf mein zuletzt Gesagtes erfolgt. Das würde ihn retten, seine letzte Chance sozusagen. – Keine Reaktion.
  2. Ich schnaube hörbar und sage laut: DU hörst mir überhaupt nicht zu!!!! – Er erwidert empört, dass er das sehr wohl tue und wie ich nur darauf kommen würde, ihm das wieder zu unterstellen. Dabei schafft er es nicht, mich anzusehen. Der Mann und sein Mäher wenden gerade, dass MUSS er sehen.
  3. Nun folgt die allesentscheidende Frage: WAS HABE ICH DENN GERADE GESAGT? – Nun wird es lustig. Denn mit dieser Frage arbeitet auch plötzlich sein Gehirn wieder auf Hochtouren. Denkerfalten. Irgendwo im gedanklichen Nirgendwo versucht er sich nun an Wortfetzen zu erinnern, zusammenhanglose Worte, die er mit größter Mühe in einen logischen Einklang bringen möchte. Mit folgendem Ergebnis:
  4. Er antwortet: Du hast hier immer 12 Welpen gesehen. Ikea…  
  5. DÖDÖMMM denke ich mir. Er sich auch. Ich lasse es gut sein. Er auch.

Als wir die Straße überqueren, fragt er mich noch, ob ich den Rasenmäher gesehen hätte. Der da vorne mit dem Mann, der ihn freihändig bedient. Voll cool und so.

NEEEEE, was??? Ein Rasenmäher??? Den habe ich vorher weder gesehen, noch gerochen, noch gehört.

Und damit wird folgender Unterschied mehr als klar:

Multitasking können wir Frauen. Unsere Umwelt wahrnehmen, sinnlo….sinnvolles Zeug quatschen und dem Gegenüber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen einreden. Ganz ohne Anstrengung.

Bei Männern verschwindet alles, was mehr als eine Konzentration erfordert, gerne mal im gedanklichen Nirvana. Das dass an unseren langw… voll spannenden Geschichten liegt oder mit uns Frauen an sich in Zusammenhang gebracht werden könnte, halte ich für ein Gerücht.

Und die Moral von der Geschicht? Warum erfindet jemand solche Rasenmäher? Macht das etwa Sinn, oder nicht?

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