Danny
Heute hat mich ein Arschloch in meinem Studio besucht.
Ein Arschloch, das sich mir in einer richtig fiesen Art gezeigt hat.
Und damit meine ich nicht optisch fies, sondern in seiner Eigenschaft, in seinem Charakter.
Ein richtig fieses Arschloch!
Es kam zusammen mit Danny und seiner Familie.
Hinterhältig und hinterlistig hat es sich in Dannys Leben gefressen und damit auch in das Leben seiner Familie.
Hat sie erbarmungslos und schonungslos vor wenigen Wochen auf den harten Boden der Realität knallen lassen.
Und auch mit mir hatte es das heute versucht.
Und ja, im ersten Moment wusste ich tatsächlich nicht, wie ich damit umgehen soll, als ich Danny vor mir sah und sein Frauchen mir erzählte, dass er Knochenkrebs im Kiefer hat, der auch schon entfernt wurde, aber wieder da ist, dass Danny nun seit 2 Tagen aus dem Maul blutet, quasi immerzu.
Ich wusste zwar, dass Danny ein Arschloch mit sich trägt, aber nicht, in welchem Ausmaß und in welch fieser Gestalt.
Und ich brauchte einen Moment, unbemerkt für Danny und seine Familie.
Da hatte es mich fast, das Arschloch. Fast!
Eigentlich hatte Dannys Familie ein kurzes Portrait-Shooting für heute gebucht, das allerletzte Aktions-Shooting „Lieblingshund kunterbunt“.
Und damit starteten wir auch. Aber ich merkte schnell, dass das nicht das richtige Shooting ist. Es war schwierig, denn der Krebs und seine Auswirkungen beherrschten das Shooting, beherrschten uns alle. Und das war scheiße.
Das war nicht das, was ich für Danny und seine Familie wollte.
Und ich merkte, dass es auch nicht das war, was Danny wollte.
Er war nicht bei mir, damit wir nur Portraits von ihm machten. Das spürte ich deutlich.
Was sollte ich also tun?
Während ich vor mich hin knipste, immerzu lächelnd, immerzu nah bei Danny und seiner Familie blieb, dachte ich nach und kam zu einem Ergebnis:
„FUCK YOU, ARSCHLOCH!“, dachte ich.
„Habt ihr Lust, dass wir ein bisschen rausgehen, hier gleich vors Studio und dort ein paar Bilder machen?“, fragte ich.
Und so gingen wir.
Die Stimmung änderte sich sofort.
Das Arschloch war noch da, aber es beherrschte nicht mehr das Shooting.
Es beherrschte uns nicht mehr.
Ich machte einfach aus den Situationen heraus ein paar Bilder vor meinem Studio.
Am Ende fragte ich noch, ob sie Lust hätten auf ein paar gemeinsame Bilder, selbst wenn sie nur Portraits von Danny gebucht hatten.
Sie hatten und so entstanden auch noch wundervolle Aufnahmen von den drei.
Das Arschloch ist sichtbar, immerzu.
Aber mit den Möglichkeiten, die ich als Fotografin habe, habe ich das Arschloch zumindest in diesem Moment, während diesem kurzen Shooting und bei den Bildern, die dabei entstanden sind, in seine Schranken verwiesen.
Das war so anstrengend, dem Arschloch die Stirn zu bieten, ich kann ich euch nicht sagen, wie sehr.
Aber ich bin so froh und stolz, dass wir dieses Shooting machen konnten und diese Bilder vom wunderschönen Danny entstanden sind.
Danny, der sich das, was ich heute gedacht habe, jeden Tag denkt:
„FUCK YOU, ARSCHLOCH! Habt ihr Lust, dass wir ein bisschen rausgehen…?“
Danny, ich bin so froh, dass ich dich heute kennenlernen konnte.
Dich und dein fieses Arschloch.
Das du jeden einzelnen Tag in seine Schranken verweist.
Du hast mich heute eine Stärke spüren lassen, die ich lange nicht gespürt habe.
Danke, dass du mir für unser Shooting ein bisschen deiner Stärke abgegeben hast!
In dem Bild von Danny, das du hier siehst, habe ich einiges bearbeitet. Nicht nur Geschirr und Leine entfernt, sondern ich habe mit der Bearbeitung dem Arschloch seine Bühne genommen.
Denn Danny ist und bleibt Danny, auch wenn sich das Arschloch in sein Leben gefressen hat. Aber das Arschloch hat einen Weg gefunden, dass wir Menschen das schnell übersehen.
Ich bin froh, durch die Bildbearbeitung die Möglichkeit zu haben, sichtbar zu machen, womit sich das menschliche Auge an manchen Stellen schwer tut:
Danny zu zeigen. Ohne das Arschloch. Einfach Danny.
Den wunderschönen, starken Danny.
Und jetzt bitte alle mal laut im Chor:
FUCK YOU, ARSCHLOCH!
Für Danny ❤️
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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
Einfach Lizbeth <3
❤️